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Sonntag
 10:00 - 10:25
Großer Saal

Mag. Atma Pöschl

Coach für Körpersensibilisierung

Mit klaren Grenzen zu einer authentischen Sexpositivität

Ich mag das Wort „Sexpositivity“ nicht. Es tönt für mich ein wenig nach den 70ern, als sich alles um’s Thema Sex/Ja-Sagen drehte, ohne dass das Thema Trauma/Nein-Sagen Platz im Boot fand. Eine Klientin meinte vor Jahren zu mir: „Ich habe keine Lust mehr, ständig Ja-Sagen zu üben im hundertsten Tantraseminar.Ich möchte endlich mal Nein-Sagen dürfen!“ Ich ziehe das Wort „Person-Positivity“ vor. Es impliziert Grenzen. Wir brauchen Grenzen, um uns öffnen zu können. Nur klare Nein´s ermöglichen Ja´s aus ganzem Herzen.

Wie können wir die Kraft unserer Wut positiv nutzen? Wie mit positiver Wutkraft Beziehung gestalten? Warum ist das für erfüllende Sexualität so wichtig? Der Vortrag beschäftigt sich mit Wutkraft als zentraler Zutat gelungener Berührung, Beziehung und Sexualität.Haben wir keine lebendigen Grenzen, sondern starre Mauern, oder sind wir grenzenlos bedürftig, bleibt „Sexpositivität“ ein bloßes Wort. Authentische Sexpositivität bedeutet: Ich bin in Kontakt mit meinen Gefühlen, du bist in Kontakt mit deinen Gefühlen. Wir zeigen uns damit einander.

Zur Person

Atma Pöschl ist Coach für Körpersensibilisierung. Sie hat an der UC Los Angeles, Columbia University New York und Universität Wien prozessorientierte Körperarbeit und intime Heilmassage studiert und leitet in Wien ihr eigenes Institut, wo sie die Methode ATMA Touch® lehrt. An der Sigmund Freud PrivatUniversität unterrichtet sie „Berührung als reifungsfördernde Intervention“ und „Begegnung mit der eigenen Sexualität“.

ATMA Touch® adaptiert Tools aus Achtsamkeits- und Aufstellungsarbeit, IBP und Somatic Experiencing, BDSM und Tantra. Genutzt werden beispielsweise Seile, die die Qualität von Grenzen und Beziehung sicht- und erfahrbar machen. Die Methode wurde über 10 Jahre aus Atma’s Reflexion von professionellem Tantra(massagen) und BDSM entwickelt: Ermöglicht werden konkrete neue Bindungs-, Beziehungs- und Spürerfahrungen.

Atma’s Interesse als Coach für Körpersensibilisierung gilt der bewussten Arbeit mit Nähe, Berührung und allen Gefühlen, die dabei auftauchen. In ihren Seminaren kann der Körper als Tor zur Lust, zur Selbsterkenntnis und zur inneren Stille erfahren werden: Alle Körperempfindungen und Gefühle sind willkommen, auch die, die uns oft lange verwehrt waren: Freude und Traurigkeit, Lust und Unlust, Unsicherheit, Angst oder auch Wut.

Atma’s Motto als Lehrende: „Geh nicht dahin, wo der Weg dich hinführt. Geh dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse eine Spur.“Atma’s tiefster Wunsch: Individualität als wertvolle Gabe zu vermitteln, persönliche Grenzen zu stärken als Voraussetzung für berührende Nähe und befriedigende Sexualität, inspirierende Räume für alle Gefühle zu schaffen und damit Menschen in ihre eigene Ermächtigung zu begleiten.

Arbeitsschwerpunkte:
Endlich erfüllende Sexualität leben. Wut als positive Kraft nutzen. BDSM als Entwicklungspotenzial. Opfer, Täter, Retter von der NS Zeit bis heute – Begegnung mit unseren Ahnen in uns. Arbeit mit Genießer_innen, Menschen mit Gewalt- und ohne Berührungserfahrung, Frauen, Männern und allen anderen.

Publikationen (u.a.):

  •  „Berührung. Gedanken zum taktilen Nachnähren des inneren Kindes als lebendige Basis erwachsener Sexualität“ (Connection 92/2013)
  • „Opfer, Täter, Retter von der NS-Zeit bis heute. Begegnung mit unseren Ahnen in uns“ (Connection 96/2015)
  • „BDSM und Aggression – Sexualität in Kontakt mit allen Gefühlen“ (Sein, Juli 2017)
  • „Positive Wutkraft – Ja sagen mit Lust in jeder Pore“ (Séparée – Erotik ist weiblich, No.16, 1/2018)

www.institut-atma.at